Das Schwert

In der Vorrömischen Eisenzeit, bevor die Römer im Leben der Germanen auftauchten, gehörte das Schwert (wie bei den Kelten) zu einer der häufigsten Waffen. Trotzdem war es seltener als die Lanze.

 

Nach den Feldzügen der Römer war das Eisen knapp und entsprechend teuer geworden, nun stellte das Schwert des germanischen Kriegers nicht nur eine Waffe dar, sondern repräsentierte auch den Status des Trägers. Man geht davon aus, dass zur Zeit der Varusschlacht nicht mehr als 20% der Krieger mit Schwertern ausgerüstet waren.

 

In den Jahrhunderten nach der Varusschlacht gewann das Schwert wieder an Bedeutung und fand immer häufiger seinen Weg in die Bewaffnung der Krieger.

 

 

Schwerter der frühen Eisenzeit - das Griffzungenschwert

Als die Technik der  Eisenverarbeitung in die germanischen Gebiete vordrang, wurden die Schwerter zunächst in der Bauart der Bronzewaffen hergestellt. Die gängige Form für diese Zeit war das Griffzungenschwert.

Griffzungenschwert zum Beginn der Eisenzeit
Griffzungenschwert zum Beginn der Eisenzeit

 

 

Schwerter zur Zeitenwende

Zur Zeitenwende waren zwei Typen von Schwerten in der germanischen Bewaffnung zu finden.

1. Das einschneidige Hiebschwert

2. Das zweischneidige "La-Téne Schwert"

 

Bei dem einschneidigen Hiebschwert handelt es sich um eine rein germanische Entwicklung. Der Griff hatte häufig die Form eines Sägegriffs und war mit vielen Nieten verziert. Die Klinge verjüngte sich im Querschnitt vom Rücken zu der Schneide in Keilform. Die Schwertlänge betrug 50 bis 80cm bei einer Breite von 4 bis 6cm. Mit der römischen Kaiserzeit wurden die Klingen kleiner und die Griffe fielen schlichter aus und wurden mit weniger Nieten versehen. Getragen wurden diese Schwerter in einer Holzscheide mit einem Gurt über der linken Schulter auf der rechten Seite.

einschneidiges germanisches Hiebschwert - Typ SIa
Germanisches Hiebschwert mit Holzscheide

 

Das zweischneidige La-Téne Schwert geht vermutlich auf keltische Exemplare zurück, weshalb es auch den Namen der La-Téne-Kultur trägt. Allerdings weisen die germanischen Varianten Besonderheiten und Unterschiede auf, wodurch sie sich als solche zu identifizieren lassen.  Die Gesamtlänge betrug 70 bis 80cm bei einer Breite von 3,5 bis 4cm. Der Griff bestand aus Holz oder anderem organischen Material. Die Scheiden wurden aufwendig aus Metall gefertigt.

Germanisches "La-Téne"-Schwert
Germanisches "La-Téne"-Schwert

 

Entwicklung der Schwerter in den folgenden Jahrhunderten 

Bereits im 1. Jhd. n. Chr. kam bei den zweischneidigen Schwertern das über die Klinge gebogene Schwertheft aus der Mode, der Griff schloss nun gerade an der Klinge ab. Insgesamt nahmen die keltischen Einflüsse ziemlich plötzlich ab. Durch die Kämpfe mit den Römern orientierten sich die Germanen nun am römischen  Kurzschwert (Gladius), welches im Gedränge einer Schlacht klare Vorteile lieferte.

 

Im 2. Jhd. n. Chr. wurde in Germanien die Spatha populär, welche im Prinzip eine Weiterentwicklung des Gladius darstellt. Der Trend zum Kurzschwert kehrte sich um und die Klingenlängen nahmen wieder stark zu. Das Konzept dieser Schwerter fand über die germanischen Hilfstruppen im 3. Jhd. n. Chr. schließlich seinen Weg in die römische Armee, wo die Spatha den Gladius ablöste.

Das Hiebschwert wurde im Laufe der Zeit kleiner und kam schließlich ganz aus der Mode, an seine Stelle trat das Haumesser auch Sax genannt.

 

 

Schwerter von der Völkerwanderung bis ins Mittelalter 

Bis zur Völkerwanderung hatte sich das lange, zweischneidige Spatha bei den Germanen endgültig durchgesetzt. Der Griff hatte inzwischen eine H-Form angenommen.

 

In späterer Zeit wurde der Griff zusätzlich mit einem Zierring versehen. Diese Schwertform sollte für die nächsten Jahrhunderte vorherrschen und wurde im Mittelalter schließlich zum s.g. Wikingerschwert. 

Mittelalterliches Wikingerschwert
Mittelalterliches Wikingerschwert

 

Eine weitere beliebte Waffe war der Sax - Ein großes, einschneidiges Hiebmesser. Diese Waffe geb einem ganzen Volk seinen Namen: den Sachsen/Saxen.