Die Bronzezeit

2300 - 700 v.Chr.

Die Entstehung der "Urgermanen"

Noch während der Steinzeit stießen die Schnurkeramiker (veraltet "Streitaxtleute"), die ein kriegerisches Wanderhirtenvolk waren auf die Trichterbecherkultur (veraltet "Großsteingräberleute"), eine in Norddeutschland ansässige Megalithkultur. Nach einigen Konflikten verschmolzen diese beiden Kulturen und bildeten somit die Grundlage für die späteren Germanen.

 

2.300 bis 1.500 v.Chr.

Zu dieser Zeit erlernten diese Urgermanen die Bronzeverarbeitung. Neue Gerätschaften, Schmuck und Waffen entstanden in hoher Kunstfertigkeit.

Ein ausgeklügeltes Handelssystem entstand über ganz Europa bis hin nach Vorderasien und sogar Ägypten. Dadurch bekamen die Handelsherren gesellschaftliche Macht und es begann sich allmählich ein Kriegeradel herauszubilden.

 

Ein Wandel ist auch in der Religion zu erkennen, so beginnt man in dieser Periode, Naturgewalten u.ä. Göttern zuzuschreiben.

 

Einen Einblick in das Wissen und den technischen Stand dieser Menschen gibt die "Himmelsscheibe von Nebra". Sie gilt als älteste konkrete Himmelsdarstellung der Welt und ist einer der wichtigsten Funde aus dieser Epoche.

Himmelsscheibe von Nebra (ca. 1.600 v. Chr.)
Himmelsscheibe von Nebra (ca. 1.600 v. Chr.)

 

1.500 bis 1.100 v.Chr.

Durch die Konflikte um Handelsgüter und Produktionsstätten bildete sich ein Kriegeradel heraus, der sich durch die Waffe die Herrschaft über die normale Bevölkerung sicherte. Die einzelnen Adelshäuser unterhielten politische Beziehungen zu-, gerieten aber ebenso in Konflikte miteinander. Innerhalb des Adels hatte die Frau eine weitgehend gleichberechtigte Stellung inne.

Funde aus der germanischen Bronzeit (Landesmuseum Hannover)
Funde aus der germanischen Bronzeit (Landesmuseum Hannover)

Die Götter hatten inzwischen Gestalt angenommen. Eine der wichtigsten Gottheiten war die, von den späteren Germanen ebenfalls noch verehrte, Sonne(ngöttin). Diese Göttin wurde in späterer Zeit Sol genannt. Sie zieht in einem Wagen über das Himmelsgewölbe. Ein häufig verwendetes Symbol für die Sonne ist die Spirale, die oft auf Schmuckstücken zu finden ist.

Sonnenwagen von Trundholm (ca. 1.400 v. Chr.)
Sonnenwagen von Trundholm (ca. 1.400 v. Chr.)

1.100 bis 700 v.Chr.

Der Kriegeradel kontrollierte den Handel und das Handwerk. Große Herrscher vereinigten die Stämme unter ihrer Macht und unterhielten Verbindungen bis zum Mittelmeer. So entstand ein überregionales Fürstentum.

An Knotenpunkten der Handelswege bildeten sich stadtartige Handels- und Zentralorte.

Eingang zu einem Bronzezeitlichen Zentralort (BS Landesmuseum in Wolfenbüttel)
Eingang zu einem Bronzezeitlichen Zentralort (BS Landesmuseum in Wolfenbüttel)

Generell wird diese Zeit oft als die "goldene Zeit" bezeichnet, da das Klima mild war und die Felder ertragreich waren, wodurch die Bevölkerungsdichte stark zunahm.

Modell einer Wallanlage von G.Voges (BS Landesmuseum)
Modell einer Wallanlage von G.Voges (BS Landesmuseum)

Es lebten Kunst und Wissenschaft. Durch den zunehmenden Handel und Austausch wuchsen die Stämme immer weiter zusammen, bis sie schließlich kaum noch auseinander zu halten waren.

Kleidung der Bronzezeit
Kleidung der Bronzezeit

In der Religion hatte man begonnen den Körper losgelöst von der Seele zu betrachten und die Götter zu personifizieren.