Die vorrömische Eisenzeit

700 v.Chr. - 0 

Eine neue Weltordnung

Zum Ende der Bronzezeit fand in Deutschland ein Klimawandel statt. Durch die Verschlechterung des Wetters veränderte sich die Landschaft und Sümpfe und große Wälder entstanden. Dies ließ die Erträge der Ernten zurückgehen. Kunst und Wissenschaft wichen zunehmend dem Überlebenskampf, Wissen ging durch fehlende Aufzeichnungen verloren.

Die Struktur der Bronzezeit blieb vorerst vorhanden. Allerdings verschwand das überregionale Fürstentum und die Menschen verließen die Handelszentren und zogen als Bauern in ländliche Siedlungen.

 

Zu Beginn der Eisenzeit bildeten sich neue Völker und Sprachgruppen heraus. Im Norden waren dies die Germanen und im Süden die späteren Kelten. Die Kultur der Harzgegend zwischen Kelten und Germanen ist als eigenständig zu betrachten, obgleich sie sich von den Germanen nur minimal unterschied.

 

Die Entstehung der Stämme

Laut Überlieferungen des Tacitus gehen die Stämme auf den Urvater Mannus zurück, der als Sohn des Gottes Tuisto bezeichnet wird.

Da es bis in die Völkerwanderungszeit typisch für germanische Herrscher war, eine Abstammung von Göttern vorzugeben, ist es denkbar, dass Mannus einer der letzten überregionalen Fürsten war. Die Herrschaft über sein Volk könnte er an seine drei Söhne vererbt haben.

Das Bild zeigt die drei Söhne des Mannus: Ingo, Irmin und Istwo. Sie sollen den Stämmen den Namen gegeben haben.
Das Bild zeigt die drei Söhne des Mannus: Ingo, Irmin und Istwo. Sie sollen den Stämmen den Namen gegeben haben.

Nach den Aufzeichnungen des Tacitus entstanden vorerst drei Stämme:

Die dem Ozean am nächsten liegenden Ingävonen (Ingwäonen), die in der Mitte befindlichen  Herminonen (Irminonen)  und die übrigen, die Istävonen (Istwäonen)  genannt wurden.

Diese Stämme teilten sich im Laufe der Zeit weiter auf und obwohl sie immer unabhängiger von einander wurden, blieben ihre Ursprünge durch Lieder und Geschichten im Bewusstsein der Germanen - wie Tacitus ebenfalls zu berichten wusste.  

 

Die Ausbreitung der Germanen

Ca. 500 v.Chr. wanderten die Germanen ins Harzer Vorland ein und vermischten sich mit der einheimischen Kultur. Diese beiden Völker waren von solcher Ähnlichkeit und so friedlich ihre Verschmelzung, dass man sogar beigesetzte Germanen auf einheimischen Friedhöfen fand. 

 

Im 3. Jhd. v.Chr. breiteten sich germanische Stämme bereits bis zur Schwarzmeerküste aus und hatten die Kelten in den Süden und bis zum Rhein verdrängt.

 

Der Zug der Kimbern und Teutonen

Auf Grund von Land- und Lebensmittelmangel, brach im Jahr 120 v. Chr. der Stamm der Kimbern gen Süden auf. Ihnen schlossen sich die aus Norddeutschland stammenden Teutonen und der Stamm der Ambronen an.

Im Jahre 113 v. Chr. traf der germanische Zug erstmals auf die Römer. Diese versprachen die Landsuchenden weiterziehen zu lassen und stellten ihnen Führer zur Seite, die die Germanen allerdings in einen Hinterhalt lockten. Eine 12.000 Mann starke römische Armee griff die Kolonne an, wurde aber vernichtend geschlagen. In den Jahren 109, 107 und 105 v. Chr. wurden die Kimbern, Teutonen und Ambronen wieder von römischen Truppen angegriffen, die aber jedesmal unterlagen.

 

In den Jahren nach diesen Schlachten trennten sich die Stämme, was ihr Schicksal besiegelte. Die Teutonen unter Teutobod und die Ambronen wurden 102 v. Chr. und die Kimbern 101 v. Chr. von den Römern vernichtet.

 

Ariovist und Caesar

Ariovist war ein Fürst der Sueben im 1. Jahrhundert v. Chr. und Gegner von Gaius Julius Caesar im Gallischen Krieg.

Im Jahr 71 v. Chr. überschritt Ariovist mit ca. 15.000 Mann den Oberrhein und fiel, angeworben von keltischen Stämmen für innergallische Machtkämpfe in Gallien ein. 61 v. Chr. festigte Ariovist seine Ansprüche in Gallien und holte, zur Untermauerung seiner Herrschaft, andere germanische Völker ins keltische Gebiet nach.

Angesichts der germanischen Bedrohung baten die Gallier nun gemeinsam Rom um Hilfe. Im Jahr 58 v. Chr. kam es dann zur Schlacht zwischen den Römern unter Caeser und  dem Siebenstämme-Heer des Ariovist. Ariovist unterlag und zog sich mit den Überlebenden über den Rhein zurück, sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

Die Rheinbrücken

Im Jahre 55 v.Chr., als der Gallische Krieg bereits gewonnen schien, ließ Caesar eine Brücke über den Rhein bauen, um ein Exempel an den germanischen Stämmen zu statuieren. Er leitete eine "Expedition" über den Rhein und ließ Dörfer niederbrennen und tausende Germanen samt Frauen und Kindern abschlachten. Zwei Jahre später wurde eine weitere Brücke gebaut und die Strafexpedition wiederholte sich.

Diese Expedition sollte aber erst der Beginn der Ausbreitungsversuche des Römischen Reichs auf rechtsrheinisches/germanisches Gebiet sein. Rom war inzwischen zur absoluten Weltmacht aufgestiegen und suchte sein Einzugsgebiet zu vergrößern und neue tributpflichtige Provinzen zu erschließen.