Die römische Kaiserzeit

0 - 375 n.Chr.

Germanien unter Varus

Im Jahre 7 nach Christi wurde Publius Quinctilius Varus Statthalter im unterworfenen Teil Germaniens. In Germanien wurde nun römisches Recht gesprochen, was das Eintreiben von Steuern sowie die Einführung neuer Strafen beinhaltete. Die Führung des Varus muss von solcher Härte gewesen sein, dass sich die sonst verfeindeten germanischen Stämme innerhalb von kurzer Zeit unter der Führung des Arminius zusammenschlossen um gegen die Weltmacht Rom in den Krieg zuziehen.

Die Schlacht im Teutoburger Wald

"Damals gab es einen jungen Mann von vornehmer Abstammung, der persönlich tapfer, schnell von Begriff und über das Maß der Barbaren hinaus begabt war; er hieß Arminius." So beschreibt Velleius Paterculus den Mann, der zu den größten Feldherren aller Zeiten zählt und dem eine in der Geschichte einmalige militärische Leistung gelang.

 

Arminius (germanischer Name vermutlich Armin) war Sohn des Cheruskerfürsten Segimer und wurde nach der Niederlage seines Stammes als Geisel nach Rom verschleppt. Im römischen Dienst lernte er viel über Waffen und Taktik der Weltmacht, was ihn für seinen zukünftigen Weg von Nutzen sein sollte.

 

Als er mit den Römern nach Germanien zurückkehrte und sah, welches Leid seinem Volk widerfahren war und nicht zuletzt durch seine germanischen Frau Thusnelda, besann er sich auf seine germanischen Wurzeln. Arminius verließ das römische Heer und versammelte die Stämme unter seiner Führung um den Aufstand gegen die Besatzungsmacht zu planen.

 

Im Teutoburger Wald wurden im Jahre 9 nach Christi die Legionen des Varus vernichtend geschlagen. Die drohende Niederlage vor Augen stürzte Varus sich in sein eigenes Schwert. Das Haupt des Varus wurde abgeschlagen und mit einem Bündnisvorschlag an den Markomannenführer Marbod gesendet. Marbod aber lehnte ab und ließ den Kopf nach Rom bringen.

Zum Zeitpunkt der Varusniederlage befand sich Rom auf dem Höhepunkt seiner Macht und konnte sich von diesem Schlag nie mehr ganz erholen.

 

In Germanien gab es derweil zwei große Mächte, Marbods Markomannen mit den entsprechenden Verbündeten und das Bündnis unter Arminius.

 

Die Befreiung Germaniens

Nach der Varusschlacht sicherten der spätere römische Kaiser Tiberius und Germanicus die Rheingrenzen vor dem Einmarsch der Germanen. Im Jahre 13 übernahm Germanicus den Oberbefehl über die römischen Truppen am Rhein. 15 n.Chr. begann die großangelegte Gegenoffensive des römischen Reichs. Germanicus führte 1/3 der gesamten römischen Armee nach Germanien, um den Bund um Arminius zu unterwerfen. Nach zwei Jahren gaben die Römer die Unterwerfungspläne Germaniens auf und zogen sich hinter den Rhein zurück. Germanien war somit die erste Provinz, die Rom aufgeben mußte. Trotzdem wurde der Germanienfeldzug in Rom als Sieg propagiert, da ein Teil der Legionsadler zurückgewonnen wurden und somit die Schlacht im Teutoburgerwald für die Öffentlichkeit als gesühnt galt.

 

Von Arminius hingegen wurde der germanische Triumph teuer erkauft, denn sein Schwiegervater Segestes lieferte die schwangere Thusnelder den Römern aus. Am 26. Mai 17 wurden Thusnelda und ihr in Gefangenschaft geborener Sohn Thumelicus in einem Triumphzug zu Ehren des Germanicus dem römischen Volk vorgeführt.  

 

Die letzten Jahre des Arminius

Nach der Vertreibung der Römer lebten unter den Germanen wieder die alten Rivalitäten auf.

Im Jahre 17 kam es dann zum innergermanischen Konflikt, in dem sich Marbod und seine Verbündeten dem Heer des Arminius gegenübersahen. Letztendlich unterlag Marbod und mußte sich ins Exil ins römische Reich flüchten.

21 n.Chr. wurde Arminius von Verwandten ermordet. In wie weit Rom oder sein Schwiegervater an diesem Attentat beteiligt waren ist unklar.

Ungeachtet einiger Misserfolge hat er eine Romanisierung Germaniens verhindert und der Supermacht Rom seine Grenzen aufgezeigt.

 

Tacitus:

"Er (Arminius) war unbestritten der Befreier Germaniens."

 

Die Alamannen kommen

Der zwischen Donau und Elbe entstandene neue Großstamm der Alamannen wurde zu Beginn des 3. Jhd. von Rom immer mehr als Bedrohung wahrgenommen. Aus diesem Grund begannen die Römer 213 n.Chr einen Angriffskrieg, welchen sie auch gewannen. Doch der mit Gewalt erzwungene frieden hällt nicht lange an, im Jahre 232 n.Chr. beginnen nun die Alamannen ihrer Seits ins römische Gebiet einzufallen.

 

Die Schlacht am Harzhorn

235 n.Chr. führte der Soldatenkaiser Maximinus Thrax seine römischen Truppen tief ins germanische Gebiet. Am Harzhorn kam es dann zu einer Schlacht zwischen Römern und Germanen, welche die Römer wahrscheinlich für sich entscheiden konnten. Dieser Feldzug sollte der letzte große Einfall ins germanische Kernland bleiben. 

 

Der Limes fällt

Durch den zunehmenden Druck der Germanischen Stämme geriet Rom immer weiter in die Defensive, bis im Jahre 260 der obergermanische-rätische Limes durch den alamannischen Druck aufgegeben werden mußte. Nach dem Limesfall zogen sich die Römer hinter den Rhein zurück und Alamannen, Burgunder und Franken fielen ins Reich ein. Ca.300 n.Chr. wurde die Rheingrenze befestigt und der Rheinlimes entstand, welcher die Hauptverteidigungslinie gegen die Alamannen bildete. In den folgenden Jahrzehnten kam es immerwieder zu Einfällen von römischer und alemannischer Seite ins jeweilige Feindesland.